Sonntag, 5. Juni 2016

Worte


Heute!

Die Worte
zum Brunnen 
des Schweigens 
führen.

Sie sind
am verdursten. 





Mittwoch, 1. Juni 2016

Der koreanische Philosoph

Zwei seiner Bücher hatte ich gelesen. Ich war begeistert und gespannt ihn nun in einer seiner Vorlesungen zu hören. Das Auditorium war nicht ganz voll.

Der Philosoph sprach über deutsche Romantik und die Tränen.
Er spielte Schuberts Winterreise, gesungen von Peter Schreier, und er sprach von seiner Gänsehaut die er beim Hören bekäme. Er zitierte Nietzsche, den „Philosophen des Weinens“ ... der weinte...und der nicht wusste - warum.

Dann spielte er Schubert ein ( ... der seine große Kunst, die er auch als Antidepressiva empfehle, der Syphilis zu verdanken habe...), gespielt von Alfred Brendel.

Großartige Musik die in dem Hörsaal mit den offenen Fenstern, an diesem warmen Dienstagnachmittag in der Akademie der Künste, auch die Fenster meiner Seele öffnete.

Es gäbe nur Alfred Brendel und Schubert, so wie Glen Gould und Bach. Da ginge nichts darüber und würde auch nie mehr etwas darüber gehen, schwärmte er.

Dann sprach er von der Wohlfühlgesellschaft und der Müdigkeitsgesellschaft, während die Studenten ihre Smartphons bedienten, und weiter von den Tränen der Sehnsucht des Leidenden, der nicht heimisch werden kann in der Welt.

Sprach von Tränen die den Panzer der Eitelkeit, des Narzissmus und Egoismus wegschwemmten und wieder eine Verbindung mit Erde und Natur, dem Ursprünglichen herstellten. Er sprach wie mit Perlen. Wundervoll. Ich war den Tränen nahe - und wusste nicht warum.

Vielleicht weil da einer von ganz Außen, einer anderen Kultur, in die innersten Werte deutscher Romantik, die so oft geschändete und missbrauchte, unbefangen einzutreten wusste und uns wieder,  mit unserem kulturellen deutschen Erbe, seiner Schönheit und Größe, unverdächtig, neu zu verbinden vermag?

Dann, übergangslos, fiel er plötzlich über eine ganze deutsche Stadt her - Karlsruhe. Ich traute meinen Ohren nicht. Er bomte sie regelrecht, mit unglaublich platten Verallgemeinerungen nieder, einschließlich eines berühmten Kollegen, den er lächerlich machte. Zugleich hofierte er Berlin wie ein Kläffer.

Mir war als hätte jemand meine Ohren mit feinsten Gesang geöffnet um dann, ganz nahe, brutal hinein zu schreien.

Ich musste weinen - wusste warum - und ging.

Samstag, 14. Mai 2016

Das Blaue Wunder - zu Pfingsten


Das blaue Wunder
  
 aus dem Atelier - am Samstag vor Pfingsten.

Arbeitsplatz

Ein kleines Kind sieht Muster, Rhythmen, Farben, Formen wie in einem fließenden Strom.
Dann lernt es Dinge und Wesen durch Wiederholung zu erkennen und zu benennen,
und schließlich in Begriffe zu sortieren.

In diesem Begriffsgerüst bildet sich Identität durch Wiederholung.

Bald sieht das Auge keine fließenden Ströme mehr, sondern identifizierbare Objekte.

Eine Blume zum Beispiel, die jetzt „Vergiss-mein-nicht“ heißt.
„Was oder wer soll nicht vergessen werden“?


"Das blaue Wunder", Zeichnung und Text, Mischtechnik auf Papier, 30 x 30 cm, 10.5. 2016

Später wenn das strömende Wesen zu einem ordentlichen Erwachsenen wurde,
der weiß was er sieht und sieht was er weiß, bleibt ein Rest.

Dieser Rest weiß um die Grenzen dessen was gewusst werden kann.

Auf der höchsten Höhe des Wissens richtet dann der fragende Sinn sein Lot einwärts, tief in die Mitte.

Nun schaut er vom Wissen, vom Erkannten und Bekannten aus, durch das Gerüst der Begrifflichkeit ins Herz der Dinge und sieht dann noch immer ein „Vergiss-mein-nicht“, doch er sieht durch das Begreifen hindurch:    


 DAS BLAUE WUNDER



Bild: "Die Erde atmet Sternenluft" 100 x 130 cm, Mischtechnik auf Leinwand (Ausschnitt)

Bild: "Die Erde atmet Sternenluft" 100 x 130 cm, Mischtechnik auf Leinwand  (work in progress)

 
Bild: "Die Erde atmet Sternenluft" 100 x 130 cm, Mischtechnik auf Leinwand  (work in progress)

PFINGSTEN

Sprachlos wussten wir.
Dann lernten wir zu sprechen und vergaßen darüber was wir zu sagen hatten.
Jetzt können wir mit Deutungen und Begriffe Netze bilden,
bei denen die Leere dazwischen die Hauptsache ist.
Wir fischen damit Worte die im Schweigen gründen.



Bild: "Vom Atemflug der Erde zu Pfingsten" Reclam-Universal-Notizbuch, Farbstift auf grundiertem Papier (Arbeitsplatz)

Bild: "Vom Atemflug der Erde zu Pfingsten" Reclam-Universal-Notizbuch, Farbstift auf grundiertem Papier (Arbeitsplatz)


 

... die universelle Sprache der Erde sind ihre natürlichen Gestalten.







Sonntag, 1. Mai 2016

Jahresprojekt 3 mit Reclam-Universal-Notizbüchern



Geht ́s noch?
 Ja!

64 leere Doppelseiten sind bereit für je einen Tag, 
an dem sich die Erde um ihre Himmelsachse dreht. 
Auf der einen Hälfte das All-Tägliche, auf der andern das All-Nächtliche.

Seit 3 Jahren diese Blätter - bildlich und gedanklich - zu gestalten, 
erweist sich als Schulung, spielerisch, 
mit allem möglichen und unmöglichen Art & Weisen, 
das jeweilige Tag-Nacht-Geschehen zu manifestieren.Buch 15
vom 1. Mai bis 2. Juli 2015
 
kann jetzt aufgeschlagen und online durchgeblättert werden:

http://www.reclam.de/special/alfred_bast_3


 

Dienstag, 26. April 2016

Von der Entdeckung des Offensichtlichen

Ausstellung 
Städtische Galerie Ehingen
24. April bis 3. Juli


In den lichten und gepflegten Räumen der Galerie wurde es wieder einmal möglich ein "Mega-Werk" zu installieren.

Ich weiß kein anderes Wort dafür.
Es meint, dass die einzelnen Werke (es sind nicht nur Bilder) die über die Jahre entstehen,
in einen neuen innigen Zusammenhang kommen und ein übergeordnetes größeres gegenwärtiges Ganzes ergeben.
So, wie wenn Organe sich zu einem Körper verdichten.

Einen solchen Körper durfte ich, mit der kostbaren und kompetenten Unterstützung von Freunden und den beiden engagierten Künstlern und Galerieleitern, Anne Linder und Volker Sonntag,
aus den bestehenden Arbeiten realisieren.
Zudem gab es noch zwei Installationen die unmittelbar dort entstanden.

Die folgenden Fotos zeigen einen Rundgang durch die 7 Räume.

In siebten ist das Reclamprojekt präsentiert.


 Raum 1

 

 

 


 



 

 

 


 






 

 


 



 Raum 2



 

 






Raum 3


 

 












 
 

 


Raum 4






Raum 5 






Raum 6 (Treppenhaus)






Raum 7

Reclam-Projekt mit Universal-Notizbüchern 





Performance bei der Eröffnung,

mit angekohlter Astgabel, dem Urzirkel, einen Kreis auf die Wand gezeichnet und damit die Ausstellung gerundet und eröffnet.

 
 



 Am 21. Mai gibt es die "Lange Nacht der Museen".
 Von 19 bis 22 Uhr gibt es in der Ausstellung,
 Führung, Lesung und Gespräch ...

Dienstag, 5. April 2016

Ahrenshoop, Symposium, Ausstellung, webside


Liebe Blogleserinnen und Leser

vier gehaltvolle Informationen werde ich heute Morgen aus Berlin, noch vor dem Frühstück, ins Netz einspeisen. Ich hoffe es ist wohlschmeckend und nahrhaft.


Ahrenshoop
 
 

vom 31. 3. bis 3.4. fand ein Klausurtreffen der Herbstakademie Frankfurt,
in Ahrenshoop an der Ostsee, in der "Alten Weberei", einem außergewöhnlich inspiriernden Ort, statt.





www.alte-weberei-ahrenshoop.de

Es war ein Treffen von Menschen die sich auf unterschiedliche Weise mit einer aktuellen Spiritualtiät befassen, und, in einer konkreten Lebenspraxis stehend, Kultur- und Bewußtseinsentwicklung verwirklichen: Integral, anthroposophisch, evolutionär.
Repräsentiert auch durch die Zeitschriften 
„evolve“ mit dem Herausgeber Thomas Steininger (evolutionär),  „info drei“ und seinem Chefredakteur Jens Heisterkamp (anthroposophisch), und Sonia Student (integral).

Eingeladen zu dieser spanneden Tagung wurde ich von Renata Keller, Geschäftsführerin und art director von „evolve“.
Ich konnte manches aus meiner KUNSTKLOSTER-Arbeit, in der künstlerisch-sinnliche Forschung und geistig-spirituelle Ausrichtung zusammenwirken, in dieser, mir bisher unbekannten Intitiative, deren inneres Anliegen und Motivaiton mir allerdings sehr vertraut war, beitragen. Konkret durch das nonverbale Wahrnehmungsspiel: „Die Sprache der Dinge“ oder: „Die Kunst der Wahrnehmung“.


www.herbstakademie-frankfurt.de/index.php/2015




Symposium


"Die Kraft des Einen"
Kunst Wissenschaft und Spiritualität im Dialog




Am 17. April wir ein Symposium in Berlin stattfinden, bei dem ich mit meinem Vortrag: „AY - Die künstlerische Intelligenz - ein Organ der schöpferischen Wahrnehmung und Erkenntnis“, beteiligt sein werde.

Referenten: 

Prof. Ernst-Peter Fischer
Mozart, die Quantenmechanik und eine bessere Welt
Das Eine durch das Andere.

Michael Evers
Ganzheit und Intuition - Philosophische Ideen
in der künstlerischen Praxis
 
Dr. Peter Guttenhöfer
Von der Kindheit zur Jugend
Der Weg aus der Spiritualität durch die Kunst
und die Wissenschaft. 

Alfred Bast
"AY" - über die künstlerische Intelligenz


10435 Berlin
GLS Campus, Kastanienallee 82
Eintritt: 12€ erm. 8€

11 Uhr bis 17:30 Uhr 


www.stiftung-rosenkreuz.org








Ausstellung



vom 24.4. bis 3. Juli 2016 wird eine Ausstellung meiner Arbeiten in den sehr schönen lichten Räumen der Städtischen Galerie Ehingen unter dem Titel:
„Die Entdeckung des Offensichtlichen“ stattfinden.
Schwerpunkt werden Arbeiten mit der Natur, Installationen und das Wintersonnwende-Reclam-Jahresprojekt sein.


 
www.galerie-ehingen.de


neue webside

Derzeit arbeite ich auch an einer neuen webside und an einem anderen Blogdesign.
Hier gibt es noch kein Datum.

Ich lasse  mir Zeit dafür, arbeite im Schneckentempo auf der vertikalen Kriech-Spur, bei der es in jedem Moment ein Ankommen gibt, damit die extreme Beschleunigung der technischen Medien, die alles was Heute brandaktuell ist, Morgen zu einem veralteten Gestern erklärt, sich selber ungestört überholen kann, und wir uns nicht gegenseitig behindern.