Montag, 17. Juni 2013

Himmel-Hölle und dadazwischen: die Kunst

Baste-Marmochen wacht an der Schwarz-Weiss-Pforte des KunstKlosters.


Himmel-Hölle und dadazwischen: die Kunst


Solche wie mich lockt mann/frau erfolgreich mit Ködern von Schönheit und harmonischen Idealen in höllische Zustände. Weniger mit Ruhm und Geld.

Dort angekommen versucht mann/frau ordentliche Teufel aus uns zu machen.

Doch schon bei der ersten Anfänger-Schulung, das Böse immer konsequent beim Andern zu sehen, versagen wir, weil wir zweifeln dass es immer nur beim Andern ist. 

Zweifeln ist in Höllenkreisen fast so schlimm wie Beten. Wird auch hart bestraft. 
Du musst zum Beispiel öffentlich deinen „Lieblingsteufel oder -teufelin“ verraten. 
Alle Geheimnisse, vor allem die heiligen, aber auch alles andere was du von ihm oder ihr weißt, bespucken, lächerlich machen, beschimpfen. Diese Gerichte werden auch im Fernsehen übertragen und machen viel gutes „böses Blut“. 
Aber auch das Beschimpfen gelingt uns nur kläglich. Wir neigen zur Selbstkritik. Und beschuldigen uns lieber selbst. Das ist oberpeinlich. Wir schämen uns für Gemeinheiten, sogar bei andern. Absolutes nogo, auf deutsch: geht gar nicht. Extrem kein Platz im anti-heaven-hell-agent-program für sowas wie Scham oder gar Wahrheit.

So werden wir unvermeidlich ein Ärgernis in der Hölle und folgerichtig, mehr oder weniger bald, als hoffnungslos untauglich mit Schimpf und Schande ausgestoßen. 

Was tun?

Um bleibend in den himmlischen Zuständen zu wohnen sind wir zu dumm, weil wir Gut und Böse einfach nicht unterscheiden können. Wir essen zwar immer den ganzen Apfel vom Baum der Erkenntnis der uns die Unterscheidung von Gut und Böse verspricht,  mit Schale, Kern, Butz und mache von uns sogar "mit Stil", doch wir sehen dann fatalerweise auch im Guten das Böse und umgekehrt. Schlimm für uns.

Aus der Hölle sind wir vertrieben, für die Himmel sind wir untauglich. Wobei doch gesagt werden muss. dass die im Himmlischen wirklich sehr freundlich und liebevoll sind und uns großzügig zeitenweise in ihren Ewigkeitsunterkünften Asyl gewähren, doch einbürgen? Nein! einbürgen, das können sie uns so leider nicht. Also müssen wir immer wieder raus.

Nochmals: was tun?

Bleibt nur die Selbständigkeit.
Wir nutzen dann notgedrungen unsere Erfahrungen, und nehmen „das Böse“ der Hölle als tiefes Dunkel, und „das Gute“ des Himmels als helle Höhe.

Damit erfinden wir zum Beispiel das Klavier. Hübsch geordnet, mit schwarz-weißen Tasten (wobei die schwarzen Tasten garantiert Harmonie gewähren) und spielen Musik, erspielen zwischen Himmel und Hölle - dadazwischen - den dritten Raum. Mangels eines anderen Begriffs muss ich wohl sagen: wir eröffnen spielend den Raum der Kunst.

Manche beginnen, wenn aus dem Schwarzen und Weißen, dem Dunklen und Lichten die Farben sprühen, auch zu malen, Bildräume zu schaffen in denen sich befeindete Parteien humorvoll streitend beim Tee ergänzen. Dichter gibt es natürlich auch und viele viele Misch-Sorten von uns. 

Wir sind aber nur ungern Kollektive und nie verordnete Gemeinschaft. Jeder ist seinem eigenen Problem treu, das in unendlichen Variationen immer wieder neu und überraschend gelöst wird. Ein Leben lang. Das verbindet uns zuverlässig. Das erkennen wir und erkennen wir an. Auf dieser Basis bilden wir gelegentlich Verbände, oder ein KUNSTKLOSTER, wo jeder seine Zelle hat, und den Schlüssel dazu. Freundschaften reifen darin. Sie überwachsen die Zeit.

Im Himmel können wir nicht dauernd bleiben, für die Hölle sind wir untauglich. Nun gut. 
Bleiben wir eben auf der Erde und spielen auf. Unsere Instrumente sind selten, nur manchmal notgedrungen, Waffen. Wir lassen uns nicht gerne vor Karren spannen. Wir spielen für die Freiheit und ackern den evolutionären Boden, damit in den irdischen Herzen und dem egozentrischen Ichverstand im tierischen Körper, die Frucht der Freude wächst.  

Wir erwachen, immer wieder gerne, aus unseren horizontalen Träumen, Wünschen, Vorstellungen, und richten uns selbst. Richten uns selbst ständig auf, werden aufrichtig. Erheben uns, in die Vertikale, und machen uns an die Arbeit, solange wir das können. Irdisch. Hier wachsen ja auch die Apfelbäume, und wir haben, zwischen Dunkel und Licht, Blumen und Kinder zur Gesellschaft - und Tiere.

Zu guter Letzt stellen wir überrascht fest, dass zu unserem Publikum auch Himmlische und Höllische gehören. (Übrigens meist schlecht verkleidet - beide! Die Himmlischen kommen etwas zu „böse“ daher und die Hölllischen etwas zu „fein“.) Sie sind neugierig und wollen wissen was aus ihren enttäuschenden Hoffnungsträgern geworden ist. Zufrieden sind beide Parteien, wenn sie merken dass wir weder vertraglich verdammt noch ewiglich gerettet sind, sondern brav dadazwischen bleiben und Kunst leben.

Wie das heute geht, wird sich zeigen.


Arbeitsplatz am 177sten Tag des WSW-Projekts Nr.7 /  im Reclam Universal-Notizbuch 


Samstag, 8. Juni 2013

AUS RICHTUNG


8.Juni 2013. 5:30 Uhr, Morgengedanken


AUS RICHTUNG

Vor 40 Jahren schrieb ich das schon so ähnlich 
in mein Tagebuch. Das hat sich nicht geändert.

Ich kann meine künstlerische kreative Lebensenergie 
nicht primär ausrichten auf Ruhmesgewinn,
auf Sammlerinteressen und ihre Depots, 
nicht auf Kunstgeschichte, Museen, Galerien und Events, 
(...auch wenn ich davon Wertvolles lerne...).

Sondern allein auf jene förderliche Intelligenz, 
die uns Menschen übersteigt und inspiriert.
Wie immer wir sie auch benennen: 
Gott, Göttin, Engel, das Unnennbare, das große Ganze,
Supramental, Gnosis, universelles Herz.

Jedenfalls vermute ich, dass ich ein Bauer bin
der für diese Ebene Salat, Denk- und Bildräume an- und erbaut. 
Nicht selten lächerlich in den Augen der Welt. 
Wenn schon. 
Die Augen der Herz-Freu(n)de lächeln. 
Wissend.

Dass ich diesen Weg gehen, und meine Arbeit, 
einigermaßen mühelos, außerhalb des Kunstbetriebs 
verwirklichen konnte und kann, verdanke ich Freunden,
günstigen Umständen, dir, und dem Grashalm in der Wiese. 

Es ist wunderbar so und ein großes Glück.

In der Dank-BAR feiern wir das täglich - als Gebet.



Sonntag, 2. Juni 2013

Ausstellungsansichten Kunstverein Bretten "Natur und Rhythmus




"Gestalt-Erscheinung-Substanz", Naturmaterial Brombeer und Aquarell auf Bütten

"Profile", Pappelzweige und Zeichnung, Wandinstallation und "Baumlandschaft im Winter"


"NaturIkonen" Wandinstallation, 66 Bilder, Naturobjekte, Tischinstallatinon


Raumansicht mit großformatiger Zeichnung und Reliefskulptur


Raumansicht mit QuittenBild


Raumansicht


Installation, Zeichnung mit Walnusschalen, Lichtskulptur


Wolfgang Dörenbecher-Vetter, KV-Vorsitzender




Mittwoch, 22. Mai 2013

Hörprobe CD "Natur und Rhythmus"



Daniel Bengesser hat eine kurze Hörprobe von der CD "Natur und Rhythmus" geschickt.
Unter dieser Adresse ist sie zu hören.
http://www.circuit-music.de/index.php/hoerproben.html

Anzumerken ist, dass Sprache und Trommelpassagen sich auf der CD etwa die Waage halten.

" Der Rhythmiker und die spielbereite Ummadigga im Studio "circuit-music"
Fotos: Vanessa Kurbel, 



















Bild: Alfred Bast,  "Rhythmus und Natur" mit Walnussschalen auf ungrundiertes Tuch gezeichnet,
(Ausschnitt) 240 x 220 cm, 2012

Samstag, 18. Mai 2013

Alfred Bast Ausstellung im Kunstverein Bretten


 





"Natur und Rhythmus"

Alfred Bast Ausstellung 
im Kunstverein Bretten

26. Mai bis 23. Juni 2013

Eröffnung: Sonntag 26. Mai, 11 Uhr
Finissage: Sonntag 23. Juni, 14-17 Uhr



Das Sichtbare und die Namensgebung

Alles Sichtbare ist im Fluss und dennoch bilden sich klare Gestalten in zuverlässiger rhythmischer  Wiederkehr der Jahreszeiten. 
Jedes Jahr erscheint etwa ein Vergissmeinnicht auf der Wiese, und all die vielen anderen so vertrauten und doch rätselhaften Gebilde die wir mit Begriffen belegen. 

Wir kennen die Begriffe. Doch Dinge die die Natur ohne menschliches Einwirken hervorbringt, sind viel älter als die Menschheit. Wir gaben ihnen Namen. Ursprünglich war ihr Name die direkte Übersetzung ihrer Erscheinungsgestalt in einen Begriff, in die menschliche Sprache. Namensgebung war ein magische Ritual, in dem sich Name und Unnenbares kreuzten. Durch die Benennung werden die Kräfte und Gestalten verfügbar, sie werden dem menschlichen Begreifen einverleibt. Durch die Benennung werden sie dem rationalen Verstand verfügbar. Diese intelligente Leistung des Menschen integriert die nichtmenschliche Natur. 

Inzwischen kleben wir den Dingen Namen wie Etiketten auf. Lesen sie und schauen nicht weiter hin. Das ist ein Apfel, von der und der Sorte etc. 
Etwas hat sich verändert. Die Natur ist nicht mehr jene Unbekannte rätselhafte gefahrvolle Umwelt die durch Namen gebannt werden kann. (Dieser Vorgang hat sich in die Institutionen verlegt. Hier werden inzwischen Namen gemacht, verlacht oder überdacht). 
Stürme von orkanhaftert Wucht bekommen Vornamen von Kinder. Lothar, Wiebke. 

Die Natur ist fast vollkommen "entschlüsselt" so scheint es. Wertvolles Wissen, das Zusammenhänge zeigen kann verhindert nicht selten das schöpferische Sehen, den frischen Blick auf etwas. Eben weil wir es ja schon wissen und zu kennen meinen.  

Das Sehen ist dann kein Schauen, kein schöpferischen Entdecken und Erkunden mehr. 
Das aber ist wichtig für das Wachstum des Menschen, wenn dieses nicht allein auf Brustumfang, Gewicht und Muskeln reduziert wird, sondern auch die geistige und seelische Realität des Menschen einbezieht.

Neben all den biologischen, chemischen und physikalischen wissbaren Eigenschaften, Daten und den Nahrungsfunktionen die die Dinge der Umwelt für uns haben, bilden sie darüber hinaus für den künstlerischen Blick nach wie vor wundervolle Rätsel. Sie werden als Ausdruck einer gestaltgebenden Ordnungskraft erfahren, die sich manifestiert.
„Das Sichtbare ist ein in den Geheimniszustand erhobenes Unsichtbares“. Novalis präzisiert das mit diesem einen Satz.


Denken und Fühlen

Durch das achtsame Malen der Dinge, (es geht dabei nicht um Nachahmung, sondern um Transparenz und Durchdringung des Sichtbaren), lösen sie sich aus ihrer begrifflichen Identifizierung.  Sie zeigen sich als Chiffren, als Schrift und Sprache einer nicht menschlichen Intelligenz die wir als „Natur“ bezeichnen.

Beim Zeichnen entsteht eine Distanz zur gewohnten Wahrnehmung der Umelt.
Zunächst werden die Dinge wunderlich. Dann wundert sich der Zeichner, und schließlich entpuppen sie sich als Wunder, getarnt und verpuppt in ihrer begrifflichen Etikettierung.

Ich entdecke die Dinge durch das Zeichen neu. Ich zeichnet sie nicht ab, sondern „schreibe“ sie bildsprachlich neu auf. 
Dabei ist ihr Name nonverbal. ihr Name ist ihre Gestalt. Und die Gestalten der Dinge sind lebendige Buchstaben im Buch der Natur.
Es wird deutlich, dass Zeichnen und Schreiben dieselbe Wurzel haben. 
Denken und Fühlen spielen in rhythmischer Wechselwirkung zusammen. Eine erneuerte, erneute Ein-Sicht auf die scheinbar alten, scheinbar so vertrauten Dinge öffnet sich.


Das Unsichtbare im Sichtbaren

Die Wechselwirkung zwischen Denken und Fühlen ist ein rhythmisches Geschehen. 
Linke und rechte Gehirnhälfte arbeiten zusammen und bilden ein Ganzes in rhythmischen Zusammenspiel. 
Wie der Puls des Herzen und der Atem mit seiner gegenläufigen Bewegung.
Sprechen ist ausatmen - Hören ist einatmen. 
Schauen ist einatmen, Deuten ist ausatmen. 
Trommeln ist rhythmischer Ausdruck von Denken und Fühlen in einer akustischen Zeitgestalt.

Das Zeichnen und Malen des Sichtbaren bewirkt Einsicht in die unsichtbare Energiefelder, die sich in den sichtbaren Gestalten manifestieren. 

Nicht hinter den sichtbaren Gestalten ist ihr Wesen zu suchen, sie selbst sind es. 

Deshalb malt und zeichne ich die Dinge wie sie sich mir zeigen. Ich verfremdet sie nicht, denn fremd sind sie ja schon. 
Löse sie nicht in einer genialischen Geste auf oder reduziert sie zu abstrakten Kürzeln (wobei auch das seine Wertigkeit hat), sondern porträtiere die unscheinbarsten Dinge mit fühlendem Blick und sensibler Hand.
Denn alles an den Dingen der Natur ist wesentlich, alles ist Wesen. Eben Ausdruck und Sprache einer unsichtbar wirkenden Intelligenz.


Zur Ausstellung erscheint eine Audio CD mit Texten und rhythmischen Improvisationen auf der Basstrommel „Ummadigga“. 


Installation: Walnussschalen auf ungrundierter Leinwand, 240 x 220 cm, 2011,
Eisenstele und Licht.





CEDE

Meine erste CD entstand mit meinem Sohn Arco unter dem evolutionären Titel: 
"Der Vater trommelt noch, der Sohn spielt schon Klavier".

Hier also nun meine zweite, professionell aufgenommene, in einer limitierten Auflage von 200 Exemplaren zum Preis von 15 €


Innenseiten Booklet
(Foto: Vanessa Kurbel)

...Von der Straße aus ist das Tonstudio „Circuit“ von Daniel Bengesser nicht zu sehen. Es befindet sich in der Scheune eines Aussiedlerhofs, zwischen dem Frauenhof und Hohenstadt. Ideal gelegen für dieses Experiment, dem Schreiben, Denken, Sprechen und Trommeln (parallele Aktivitäten, die mein Zeichnen und Malen seit je förderlich begleiten) erstmals ein Medium zu geben. Ich kann es auch zu Fuß erreichen.

Der Zeitpunkt für die Aufnahmen, 25. und 26. April, wurde aus organisatorischen Gründen gewählt. Er erwies sich als ausgesprochen glückhaft. Denn der Vollmond, mit einer partiellen Mondfinsternis, strahlte in dieser Nacht goldfarben und klar in milder Luft auf diesen dunkelblauen, frühlingsbereiten Erdteil. (Das Foto wurde am 25. April 2013 vor dem Studio aufgenommen.)

Der das Sonnenlicht reflektierende Mond, hat er nicht eine Entsprechung zum reflektierenden Denken? Und sein wechselnder zu- und abnehmender Rhythmus, der die Gezeiten des Meeres und alles Flüssige beeinflusst, hat er nicht ebenso Entsprechungen zum Atem, zum Sprechen, zum Herzschlag und Trommelspiel, bei dem beide Hemisphären, Gefühl und Ratio, linker und rechter Arm,  gleichermaßen aktiv sind?  

Das Ergebnis sind 33 gesprochene „Randnotizen“ zu Kunst und Natur, aus meinem Katalogbuch „NaturIkonen“, im Wechsel mit Improvisationen auf der Basstrommel “Ummadigga”. Arrangiert von Daniel Bengesser, dem ich, mit seiner Familie, ebenso danke wie Désirée Edelbluth, die mich zu dieser CD ermutigte, und den Freunden und Förderern meiner Arbeit und des KunstKlosters.

A.B. KUNSTKLOSTER art research im Frauenhof, 3.Mai 2013


Vorderseite
und Rückseite




Fotos: 
Im Studio: Vanessa Kurbel
Titel und CD:  „Zeichnen mit Walnusschalen auf ungrundiertes Tuch“ / 240 x 220 cm / 2011 / A. B.
„Vollmond“  am 25. April 2013 vor dem Studio von Daniel Bengesser / A. B.
Gestaltung:  Vanessa Kurbel, .A. B.
Produkiton:  Aufnahme, Ton, Schnitt, Mix und Master: Daniel Bengesser, Circuit Music Production, Hohenstadt, April 2013.
Herausgeber: KUNSTKLOSTER art reseach Verlag, 2013





Freitag, 10. Mai 2013

Erkenntnismilch





Erkenntnismilch


Ich giesse Demetermilch in den Topf, um sie für einen Milchkaffe zu erhitzen. Ein dicker Fettkloss schwimmt darin. 

Mit dem Milchschäumer versuchte ich ihn kleinzumachen, doch er weicht aus. 
Die wirbelnde Drehung der kleinen surrenden Spirale schuppst den Fettkloss weg anstatt ihn zu verkleinern. 
Ich gebe die Jagd auf und halte die Zentrifuge in die Mitte. Nehme den aufsteigenden Wirbel, diese Urbewegung allen Lebens, im Milchtopf wahr.

Da ist zu beobachten dass alles was im Topf ist von der drehenden Spirale in die Mitte hineingezogen wird, also auch der Fettkloss. 

Ruhig halte ich nun das Rädchen in die Mitte und lasse es kreiseln. 
Ich sehe zu wie der Fettkloss angezogen, verwirbelt und wieder abgestoßen wird, bis er verschwindet und sich - logisch - in Bioschaum verwandelt. 

Ich muss also nur ruhig in meiner wirbelnden Mitte bleiben um die Brocken in meinem Topf in wohlschmeckenden Schaum zu lösen?

Die Milch schmeckt nach Erkenntnis.
Und das durch einen Schaumschläger! 



Freitag, 26. April 2013

Voll-Mondig

Donnestag. 25. April 2013, 20:45 Uhr



Momentan erarbeite ich, mit Daniel Bengeser, eine Sprach CD.
Spreche meine Texte zu Natur und Kunst ins Mikro und improvisiere auf meiner Trommel   "Ummadigga".

Das ist arbeitsintensiv, eine neue Erfahrung. Spannend. Könnte was werden. Mal sehn.
Ziel ist, dass die CD zur Ausstellung im Kunstverein in Bretten, am 26. Mai,  vorliegt.

Daniels Profi-Studio, in dem wir aufnehmen, liegt mitten in der Landschaft, zwischen Frauenhof und Hohenstadt, verborgen in einer alten Scheune.

Als ich gestern Abend vor die Tür des Scheunen-Studios trat, sah ich den Voll-Mond als goldenen Planeten die blaue Erde bestrahlen. 

Da war nur noch Staunen, Schauen, Aufnehmen. Kein reflektierender Gedanke streunte durch meine Empfindungen die sich mit dem Ereignis verbanden.
Schauen wurde Gebet und Gebet ein freudiger Tanz im Blut.

So atmete ich die Photonen im Licht-Transfer Sonne-Mond, mit den Augen ein.
Sie wandelten sich in "grünes Blut".

Grünes Blut?

(...ich kann es nur als Metapher sagen...)

Durch den Menschen verwandelt sich Licht in "menschliches Chlorophyll"
Durch das Gemüt transformiert sich das Licht und verbindet sich mit dem irdischen rotem Eisen. Es reagiert komplementär steigernd und ergänzend darauf. Licht-Grün.
Der Köper ist ALL-CHEMISCH aktiv.
Das grün-rote Licht-Eisen-Paar erzeugt "poetischen Frequenzen" in denen Engel im menschlichen Denken leben, wirken und atmen können.

(..Ich meine ENGEL-WESEN, keine konstruierten Fatanieprodukte, Gespenster, oder Dämonen... nein! ... ENGEL, die das ENGE, die Angst schmelzen und auf-lösen - durch ihre pure Präsenz...)

Hmmm.

Sollte ich Wittgenstein´s Postulat: "Worüber man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen" nicht ernster nehmen?
Vielleicht.

(...doch manchmal ist Scheitern notwendiger Teil des Gelingens...
Künstlerpech oder Künstlerglück, je nachdem...)

--------------------

Jetzt beim Schreiben über den Planten, erinnere ich noch ein anderes Phänomen.

Ist es nicht verwunderlich, dass der viel kleinere Mond und die vergleichsweise riesige Sonne, von der Erde aus gleich groß erscheinen und sich mit der selben Geschwindigkeit über das Firmament bewegen?